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München: Erbe aus der NS-Zeit

Wenn Sie den Hofgarten über den Ausgang zum Englischen Garten verlassen, kommen Sie an diesem Gedenkstein vorbei. Die meisten Leute bemerken dessen Bedeutung erst, wenn sie schon fast vorbeigegangen sind. Viele bleiben dann aber stehen oder kommen noch einmal zurück, um die Inschriften zu lesen. (2007)
An der Ostseite der Feldherrnhalle stoppte 1923 die bayerische Landespolizei den Marsch der Nationalsozialisten bei deren Putschversuch. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte. Für die Opfer auf der NS-Seite wurde 1933 eine Gedenktafel angebracht, an der Passanten nur mit Hitlergruß vorbeigehen durften. Die Tafel wurde 1945 wieder entfernt und ließ die hier sichtbaren Bohrlöcher zurück. (2007)
Der Weg auf der Residenzstraße zum Odeonsplatz führte zwischen 1933 und 1945 an der Gedenktafel für den Hitler-Putsch 1923 vorbei - und diese durfte nur mit Hitlergruß passiert werden. Wer das vermeiden wollte, konnte vorher nach links in die Viscadigasse abbiegen und dann über die Theatinerstraße zum Odeonsplatz gehen. An den Umweg durch die "Drückebergergasse" erinnern heute die besonderen Pflastersteine aus Bronze. (2007)
Erst 1994 wurde diese Tafel an der Nordost-Seite der Feldherrnhalle im Boden eingelassen. Auf ihr wird der 4 Polizisten gedacht, die hier bei der Niederschlagung des Hitler-Ludendorff-Putsches 1923 ihr Leben verloren. Diese Gedenktafel erhält allerdings deutlich weniger Aufmerksamkeit als früher das NS-Pendant, da sie den meisten Passanten nicht auffällt. (2007)
Verwaltungsgebäude, errichtet für das "Luftgaukommando VII", heute Amtssitz des Bayerischen Wirtschaftsministerium. Die Stahlhelm-Ästhetik blieb über die Jahrzehnte hinweg erhalten.
Die Reichszeugmeisterei diente der NSDAP als zentrale Versorgungsstelle für Uniformen, Fahnen und andere Ausrüstungsgegenstände. Sie wurde 1945 von den amerikanischen Truppen übernommen und innerhalb der McGraw-Kaserne weitergenutzt. Seit dem Truppenabzug 1992 ist hier eine Außenstelle des Polizeipräsidiums untergebracht. Die Tegernseer Landstraße wurde 1970 im McGraw-Graben tiefergelegt, um die Sperrung durch die Kaserne zu umgehen. (2007)
Prinzregentenstraße. Musterwohnblock mit eingegliedertem Eckbunker, der aus den Wohnungen schnell erreichbar war. Nach diesem Vorbild sollten die Gebäude in der geplanten Südoststadt zwischen Giesing und Ramersdorf entstehen. (2007)
Prinzregentenplatz. Die Wohnung im zweiten Stock bekam Hitler von einem reichen Gönner zur Verfügung gestellt. Heute ist in dem Haus eine Polizeidienststelle untergebracht - in der ehemaligen Bibliothek werden die Pokale des Sportvereins ausgestellt. (2007)
Vor dem Hauptportal der Universität sind Keramik-Kopien der Weiße-Rose-Flugblätter in das Pflaster eingearbeitet. Die Spur der Flugblätter führt bis an den großen Brunnen.
Gedenkstein für die im Sommer 1938 abgerissene Synagoge, an der Ecke Maxburgstraße / Herzog-Max-Straße am Hintereingang eines Kaufhauses (2007)
Das "Haus der deutschen Kunst" sollte den 1931 niedergebrannten Glaspalast ersetzen und wurde am 18. Juli 1937 eingeweiht. Die erste vom NS-Geschmack geprägte Ausstellung war angeblich ein Flop, da die gleichzeitig in den Hofgartenarkaden gezeigten Werke der "Entarteten Kunst" mehr Interessenten fanden. Heute glänzt das Haus der Kunst immer wieder mit vielseitigen Ausstellungen. (2008)
Der Künstler Wolfram Kastner markiert auch 2008 wieder die Stelle, an der am 10. Mai 1933 die Bücherverbrennung auf dem Königsplatz stattfand: "damit kein Gras über die Sache wächst". Bis heute gibt es nicht einmal eine Hinweistafel dazu, aber wenigstens wird individuelles Engagement nicht verhindert. (2008)
Nach der Erstellung des Brandflecks werden den ganzen Tag die Texte der Autoren vorgelesen, deren Werke am 10. Mai 1933 verbrannten. (2008)
Der Haupteingang des ehemaligen Zentralministeriums ist auf die Kolonnaden des Odeonsplatzes ausgerichtet; diese sollten später abgerissen werden. Der heutige Eingang Ludwigstraße 2 war ursprünglich als Seiteneingang geplant. Das Gebäude wird heute vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten genutzt. (2007)
Diese Gedenktafel befindet sich im südlichen Innenhof des früheren Zentralministeriums. Hier wurden am 28.04.1945 zwei Mitglieder der "Freiheitsaktion Bayern" ermordet, die eine kampflose Übergabe der Stadt an die amerikanischen Truppen angestrebt hatten. Mehr als 40 Aufständische, die den Aufrufen der FAB gefolgt waren, verloren nur Stunden vor der Befreiung ihr Leben.